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Dokumentation oder Manipulation?

Fakten und Kritik zum Medienrummel um sechs Stunden ARD-Sendezeit für die Markteinführung einer rosa Vitamincreme

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Betroffene, Mitglieder und Nicht-Mitglieder,

neben vielen Danksagungen für unsere klare Stellungnahme, erreichen uns jede Menge kritische Zuschriften, bis hin zum Vorwurf, wir steckten "mit den kriminellen Machenschaften der gesamten Pharmaindustrie unter einer Decke" und seien von denen gekauft. Siehe hier eine beispielhafte Auswahl

Als gemeinnütziger Verein legen wir unsere Jahresabschlüsse offen. Jeder kann sehen, dass unser Geld aus Mitgliederbeiträgen und - leider in den letzten Jahren erheblich sinkenden - Förderungen der Krankenkassen nach SGB V Paragraph 20 c. kommt, für welche wir uns jährlich mit einer Erklärung zur Wahrung der Neutralität und Unabhängigkeit verpflichten.

Wir haben uns seinerzeit bei der Einführung der topischen "Calcineurinihibitoren Elidel®/Pimecrolimus" von Novartis und "Protopic®/Tacrolimus" von Fujisawa bewusst weit aus dem Fenster gelehnt.
Das geschah aus dem Verständnis heraus, dass hier seit ca. vierzig Jahren ein ganz neuer Therapieansatz verfolgt wurde, der zudem auch noch die Notwendigkeit der Kortisongabe verringerte.
Dabei werden diese Salben nicht- wie sonst üblich- angewendet, wenn ein akuter Schub die Haut bereits entzündet hat, sondern erstmals war es möglich, bereits einen beginnenden Schub zu unterdrücken, in dem das für die Entzündung verantwortliche über-reagierende Immunsystem im betreffenden Hautareal gedämpft wird. Aber bei dieser Zusammenarbeit wurden wir aber nie durch die Firmen dominiert, geschweige denn durch zu hohe Geldzuwendungen abhängig gemacht.

Wir sind bereits im Vorfeld auf diese ARD-Sendung aufmerksam gemacht worden.

Eigentlich ist es nicht üblich, dass wir schon VOR einer Sendung - zudem auch noch von einer PR-Agentur - deswegen mehrmals (am 16.10., 19.10. und 22.10.) angemailt werden:


From: Dr. Kaske Redaktionsbüro
To: info@neurodermitis-bund.de
Sent: Friday, October 16, 2009 9:08 AM
Subject: Achtung Filmtipp am Montag den 19.10.2009: Heilung unerwünscht - Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern

Sehr geehrte Damen und Herren,

Warum nur? TV - Tipp: Heilung unerwünscht am Montag, den 19. Oktober 2009 - wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern. Millionen Menschen leiden unter schweren Hauterkrankungen. Vielen könnte geholfen werden, wenn man sie mit einer neu erfundenen Spezial-Salbe behandeln würde. Das haben Wissenschaftler und Ärzte festgestellt. Doch die großen Pharmakonzerne weigern sich, die Erfindung auf den Markt zu bringen. Warum nur? Merken Sie sich den Termin für einen interessanten Film vor - es lohnt sich. Mehr Informationen erhalten Sie in der Sendung am Montag, den 19.10.2009, 21:00 - 21:45 Uhr.

TV-Projekt Heilung unerwünscht: der erste Trailer bei der ARD http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3134360;jsessionid=53ED226BF99FD2C701C16917D10791EB?pageId=487872&moduleId=739072&categoryId=&goto=1&show

Freundliche Grüße Dr. Kaske GmbH & Co.KG

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Auf deren Homepage wird als Kundenangebot mit Ablaufdiagramm schon auf alles hingewiesen, was im Grunde genommen bei der "Markteinführung" von Regividerm® dann auch angewendet wurde. Zufall?

Sofort nach dieser Sendung wurden wir von Anfragen überhäuft. Aber auch wir hatten noch nie etwas von dieser Regividerm® Creme gehört.

Allerdings sind uns beim Ansehen spontan Ungereimtheiten in dieser ARD-Sendung aufgefallen:

Angeblich fürchten die Pharma-Riesen um den Absatz ihrer eigenen, teuren, aufwendig getesteten und entweder weniger wirksamen oder nebenwirkungsreichen Substanzen, wenn ein billigeres Produkt auf den Markt kommt. Aber wer das Patent kauft und auf den Markt bringt, der bestimmt doch auch den Preis!

Zitat, Auszug aus: http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/

[...] "Auch Markus Grill, nicht im Verdacht ein Pharmalobbyist zu sein, zeigt sich zwei Tage später in Hart aber Fair überaus skeptisch. Er weist auf einen weiteren fundamentalen Denkfehler in der Geschichte hin: Der Preis der Zutaten bestimmt in diesem Markt bekanntermaßen nicht den Preis des Medikaments. Ganz im Gegenteil könnte ein Pharmaunternehmen, das die Patentrechte besitzt, nahezu jeden beliebigen Preis für die Salbe verlangen, wenn sie denn nur besser wirken würde als Vergleichspräparate (wofür es in den beiden vorliegenden Studien keinerlei Anhaltspunkte gibt). Eine zentrale Säule von Martens' Verschwörungstheorie ist es ja, dass der "günstige" Preis der Salbe quasi vom Erfinder oder durch den geringen Preis der Zutaten vorgegeben sei, und dadurch im Falle einer Vermarktung der Salbe durch Big Pharma der bisherige große Reibach mit teuren (und schlechten) Präparaten ein Ende gehabt hätte." [...]

Die Reaktion der vielen verzweifelten Betroffenen auf diesen Film lässt vermuten, dass sie um der bloßen Hoffnung willen auf Heilung, zumindest Linderung, allzu gerne bereit sind, nach jeden Strohalm zu greifen und (fast) jeden Preis zu zahlen. Wer sich in der Welt der Neurodermitis- und Schuppenflechte-Geplagten auskennt weis um dieses (verständliche) Phänomen und erkennt es auch kritisch, wenn - wie hier - bewußt damit gespielt wird.

Wenn Regividerm® tatsächlich so gut wirkt, wie eine Kortison-Creme und sogar den Calcineurininhibitoren Protopic® und Elidel® Konkurrenz machen könnte, aber keine Nebenwirkungen hat, warum sollte es gerade dann von den geldgeilen Pharmaunternehmen unbedingt BILLIGER auf den Markt gebracht werden? oder in der Schublade verschwinden?

Wenn tatsächlich auch nur ein einziger Pharmakonzern besonderes Interesse gehabt hätte, das sogenannte Medikament in der Schublade verschwinden zu lassen, hätte er es ja ebenso aus der Insolvenzmasse kaufen können, - wie es der jetzige Patentinhaber für angebliche 250.000 € getan hat. (Quelle: Professor Stadler in http://hpd.de/node/8050 vorletzter Absatz.)
Aber genau das ist ja nicht passiert.

Alleine mit dieser Überlegung wackelt doch schon das ganze Fundament der Pharma-Verschwörungstheorie.

Welcher konkrete Beweis wird denn im Film genannt für das angebliche Zehn-Millionenangebot von der Beiersdorf AG, ohne Garantie das Mittel zu produzieren? Die: "Aussage Von Herrn Klingelhöller" Und die Tatsache, dass sich bei Beiersdorf niemand an telefonate von vor 15 Jahren erinnert!
Das wird aber so geschickt formuliert, dass der Betrachter es im ersten Augenblick erstmal verinnerlicht (ab 4:13).

Bezeichnenderweise wird auch nie erwähnt, welche Preisvorstellungen die Erfinder damals hatten.

Zudem ist es für den Laien natürlich verwirrend, wenn fachterminologisch feststehende Begriffe mit klar umrissener Bedeutung da im Film "umgangssprachlich" beliebig austauschbar mal so oder mal so verwendet werden.
Wer erkennt schon auf Anhieb die feinen Unterschiede in der fachlichen Bedeutung zwischen Heilmittel, Medikament, Arzeneimittel, Medizinprodukt, Kosmetikum, Therapeutikum?
Was sagen Apothekenpflicht, Heilen, Lindern, Arzneimittelzulassung, Zertifizierung oder Registrierung als Medizinprodukt, geprüftes Therapeutikum, wirklich über ein Produkt aus?

So wie im Film immer wieder klinische Tests bzw. medizinische Studien angeführt werden, welche die neue Creme hervorragend bestanden habe, drängt es sich dem oberflächlichen Betrachter ja auf, dass bereits alles anhand von qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Studien belegt sei.

Auch hier wird geschickt mit der Verwirrung über den Begriff "medizinische Studien" gearbeitet. Auch hier gibt es unterschiedliche Arten mit mehr oder weniger Aussagekraft und ebenso viele Qualitätsbedeutungen: randomisiert, verblindet, nicht verblindet evidenzbasiert und und und...

Da hören wir im Film einen Professor erklären, daß er keine Doppelblindstudie durchführen konnte, weil die fragliche Creme rosa sei, die Creme für die Blindstudie aber nicht. Als ob an solch simplen Überlegungen "wissenschaftliche" Studien scheitern. Siehe zu der Aussagekraft der im Film so eindringlich und glaubhaft zitierten " wissenschaftlichen Studien" folgende Links:

hier: http://www.principien.de/2009/10/21/die-supersalbe-regividerm/
und hier: http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/regividerm-die-studien-zur-wirksamkeit.php

Wir halten fest: Im Film wurde gesagt, alle notwendigen klinischen Tests für eine Zertifizierung als Medizinprodukt (Klasse IIa), wurden hervorragend bestanden. Da glaubt man doch, na gut, alles sei klar ...

Auszug aus der Homepage:

Ist Regividerm® Salbe ein geprüftes Therapeutikum?

Ja, Regividerm® Salbe ist ein geprüftes Therapeutikum, das auf Grund seines Wirkmechanismus als Medizinprodukt der Klasse II a in der EU und der Schweiz registriert ist.
(Anm d. DNB: Warum nicht die naheliegende Frage: Ist es ein geprüftes Medikament? Als solches wurde es im Film ja angepriesen! Die Antwort hätte dann wohl nicht so elegant aussehen können.)

Wurden mit Regividerm® Salbe klinische Studien durchgeführt und beweisen diese Studien die Wirksamkeit von Regividerm® Salbe?

Ja, Regividerm® Salbe wurde wie jedes Therapeutikum in klinischen Studien der verschiedenen Phasen geprüft.
(Anm d. DNB: Bei Reviderm also in Studien, die der Phase als Medizinprodukt der Klasse IIa entsprechen)
In vergleichenden Studien gegen die Salbengrundlage (Placebo) oder ein zugelassenes Referenzpräparat wurde die Wirksamkeit von Regividerm® Salbe nachgewiesen.
(Anm d. DNB: Inzwischen liegen auch aktuelle Stellungnahmen der ersten Studienautoren vor: Studienautor Stücker hält die Bewertung des "Hautmedikaments" für nicht abgeschlossen. "Ich sehe das bislang verhalten. Die Sicherheit ist noch nicht da", urteilt er. "Wir haben schon viele Medikamente gesehen, die nicht das halten konnten, was sie anfangs versprochen haben." Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/479/491842/text/
Ein weiterer Autor der Studie, der Dermatologe Prof. Peter Altmeyer an der Uni Bochum, äußerte sich im Spiegel zur damaligen Untersuchung. Demnach habe man vor neun Jahren "rosa Hühnerkacke" auf die Haut von 13 Probanden geschmiert. "Es war eine äußerst simple Studie. Ein einfacher Seitenvergleich, ein Arm mit Salbe, einer ohne. Mehr nicht". Altmeyer sieht seine Ergebnisse aktuell missbraucht: "Das Ganze ist nichts als Werbemache". Quelle: Der Spiegel, Ausgabe 44/2009, Seite 105)

Was im Film jedoch nicht heraus gearbeitet wird:
Die erforderlichen klinischen Tests für ein Medizinprodukt der Klasse II sind nur minimal und mit denen für ein Arzneimittel nicht zu vergleichen. Im Gegensatz zu einem Arzneimittel braucht ein Medizinprodukt keinen Wirksamkeitsnachweis. Eine Zertifizierung oder Registrierung sagt nichts über den Nutzen aus, während eine Zulassung als Arzneimittel einen Hinweis auf den Nutzen gibt". Regividerm® wurde demnach nicht zugelassen,sondern lediglich registriert. Ein Medizinprodukt der Klasse II ist auch nicht für den längeren Gebrauch bestimmt. (Medizinprodukt, Klasse IIa = mäßiger Invasivitätsgrad, kurzzeitige Anwendung am Körper, circa 30 Tage.)

Auf die Gefahr hin, wieder als Phamaknechte verunglimpft zu werden: Gleich beim ersten Ansehen fanden wir es ganz besonders "merkwürdig", wie tendenziös in diesem Beitrag über die Calcineurin-Inhibitoren Elidel® und Protopic® berichtet wurde.

Wenn eine an sich schon längst erledigte, über fünf Jahre alte Disskussion, um den Black-Box- Warnhinweis bei Eilidel® und Protopic®, so reisserisch wieder "neu" aufwärmt wird, ist die Absicht klar: Das ist nicht nur übertriebene journalistische Stimmungsmache, da steckt bewusst gezielte Manipulationsabsicht dahinter: Hier werden massiv die Ängste vor Nebenwirkungen geschürt, die JEDER Betroffene hat.
Hier ist der Link zum Film - da kann man es noch einmal in Ruhe nachverfolgen.
Auch bei YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=VgFuO5q1zgE (Teil 1)
http://www.youtube.com/watch?v=YWXg2CqACKQ (Teil 2)
http://www.youtube.com/watch?v=Eju7coDEcMI (Teil 3)
http://www.youtube.com/watch?v=yH6yYlAf3Cw (Teil 4)
http://www.youtube.com/watch?v=Du_JUIwe3-M (Teil 5)

Dem aufmerksamen Betrachter wird in dem "Interview" mit Prof. Zuberbier der plötzliche Schnitt auffallen. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass das gar kein wirkliches Live-Interview ist. Vielmehr spricht der Kommentator im Film einen Text, zu dem dann die Antworten vom Professor passend hinein geschnitten worden sind. Das fällt schon auf, bei der doch sehr unterschwelligen Frage nach dem Novartis-Vertreter, aber auch beim Warnhinweis.

Kaum sagt der Professor etwas über den Warnhinweis und erwähnt das Horror-Wort "Hautkrebs", wird mitten im Satz nach Amerika geblendet. Schnitt, Pause, wirken lassen... (bei 1:50) Text: Ein großer Markt, auch für Elidel..., dann exakt diese genauen Worte "Aber immer mehr Ärzte meiden die Anwendung von Elidel. Das Medikament habe nicht nur in Einzelfällen - so sagen sie - Krebs hervorgerufen. Hautkrebs".

Wo ist diese Behauptung "juristisch" nachweisbar?: Immer mehr ungenannte Ärzte würden das Medikament meiden (das müsste sich eigentlich mit rückgängigen Verkaufszahlen von Elidel belegen lassen) weil sie (die ungenannten) sagen - nicht der Kommentator oder der Autor sagt es, sondern die ungenannten Ärzte (Das könnte sonst juristisch ja auch böse ausgehen!), sagen dass Elidel nicht nur in Einzelfällen Krebs - Das wird zur Verstärkung dann auch gleich zweimal erwähnt - Hautkrebs - erzeugt habe.
An welchen Erkenntnissen, Studien oder Beweisen das festzumachen ist, wird natürlich nicht erwähnt.

Der Hautarzt Ronald Januchowski sei einer dieser Ärzte. Aha, ein Name! Der Behandler Januchowski ist als D. O., also ein Doctor of Osteopathy ausgewiesen. Man erkennt das, wenn im Film auf den Bildschirm mit der Präsentation seiner Studie geschwenkt wird. (eine US-amerikanische Spezialität, ein Studium mit verminderten Ansprüchen) Er hatte lediglich 21 Kinder behandelt. Im Film wird er als "Hautarzt" benannt (31:50) und auch im Untertitel als "Hautarzt" (32:02, 35:43) bezeichnet. Dabei kann man einen amerikanischen D. O.-Grad nicht ohne weiteres mit einem deutschen Dr. med. gleichsetzten (Quelle: http://www.esowatch.com/index.php?title=Regividerm) Das bleibt nicht der einzige Etikettenschwindel bei den Bezeichnungen der vorgestellten Behandler.

Man berichtet eindringlich über den Beipackzettel, den angeblich fehlenden Blackbox Warnhinweis und über die Lichtempfindlichkeit, so dass sich beim Betrachter die Meinung verfestigen muss: Elidel® und Protopic® verursachen beim Menschen nachgewiesenermaßen ein überaus stark erhöhtes Hautkrebsrisiko und das werde dem Patienten verschwiegen.

Nur so erklären sich denn auch diese und ähnliche Stellungnahmen: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=9116&page=3

24.10.2009, 10:47 #22
teutoniar
Registriert seit: 18.10.2008
Beiträge: 64
Das Verdienst der Reportage
Mag sein, daß es sich bei dem ARD-Beitrag um schlechten Journalismus oder sogar Werbung handelte. Der positive Aspekt ist dennoch nicht zu vernachlässigen: Es wurden Dinge aufgezeigt, die man sonst nie zu Gesicht bekommen hätte.

Ein Beispiel ist a) die Neurodermitis-Salbe, deren Nebenwirkung es ist, KREBS auszulösen, b) daß im Beipackzettel KEINE Rede davon ist, sondern erst in der Fachinformation für Apotheker, die nicht der Salbe beiliegt und daß c) die Patientin NICHT über diesen Sachverhalt aufgeklärt wurde. Und es gibt noch mehr solcher Beispiele in dieser Reportage. Das ist deren eigentlicher Verdienst.

Durch solche doch ganz offenbar bewusst manipulative Berichterstattung werden Patienten verunsichert und eventuell sogar dazu verleitet, eine Therapie abzubrechen. Die für eine Therapie dringend notwendige Compliance des Patienten wird rücksichtslos gefährdet. Kritische Geister recherchierten dann auch schnell, was wir schon beim Betrachten des Films wussten: Natürlich gibt es den Hinweis im Beipackzettel auf Seite 4!

25.10.2009, 12:01 #144
Liberty Valence
Registriert seit: 08.11.2008
Beiträge: 221

Zitat von Liberty Valence
Gerne. Ihrer ist der veraltete von 2005, es gibt aber einen von 2007 mit dem deutlichen Hinweis.

http://big-phat.novlive.cqcms.net/ejbfile-1214/at-default/de/productlist/pub/GI_Elidel_Creme.pdf

Ergänzung: Wie aus dem folgenden Dokument hervorgeht, hat die Herstellerfirma im Frühjahr 2006 auf die Änderung aufmerksam gemacht:

http://www.bfarm.de/cln_028/SharedDo...pdf/elidel.pdf

Daraus ergibt sich noch ein zusätzlicher Ansatz. Autor Martens hat ja so getan, als ob man als Patient nur von der Apotheke informiert würde. Tatsächlich hat der Arzt schon beim Rezeptieren ein solches Risiko seinem Patienten zu erläutern! Das verschweigt Martens arglistig!

Dabei hatte gerade der DNB sich schon 2005 sehr detailliert mit dem Krebsrisiko-Warnhinweis beschäftigt. Nachzulesen unter http://www.neurodermitis-bund.de/im_fokus.php

Dem Präsidenten der europäischen Fachgesellschaft für Dermatologie (European Academy of Dermatology and Venerology, EADV) Prof. Dr. Dr. Joahnnes Ring - weltweit anerkannter Fachmann - sowie den (damaligen) Präsidenten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Prof. Dr. med. H. Gollnick und deren Generalsekretär Prof. Dr. med. T. Luger kann man nun wirklich nicht unterstellen, dass sie alle von Novartis gekauft worden sind.

Der Wirkstoff in Elidel und Protopic ist so neu ja nun auch nicht. Er wird seit circa 20 Jahren in der Transplantationsmedizin eingesetzt. Neu war hier die äusserliche Anwendung auf der Haut, speziell im Gesicht und die Zulassung für Kinder ab zwei Jahre. Weltweit wurden inzwischen Millionen Patienten mit Elidel® und Protopic® behandelt, ohne dass es bisher zu einer Krebsepedemie kam.

Wir hatten beim Ansehen des Films den Eindruck, dass diese weitere, relativierende Aussage von Prof. Zuberbier hier mitten im Satz unterbrochen und abgeschnitten und somit bewusst entstellt wurde.

Dagegen soll Regividerm® - ein als Medizinprodukt der Klasse IIa registrietes Therapeutikum - nun ohne Nebenwirkungen genau so gut oder besser wirken, wie weltweit getestete, kontrollierte und zugelassene Medikamente?

Wir sind grundsätzlich skeptisch, wenn ähnliche Geschichten auftauchen. Zu oft hat sich das in der Vergangenheit als bloßer, gut gemachter Werbegag herausgestellt, der nur falsche Hoffnung verbreitete, den meisten Patienten aber außer großen Geldausgaben nichts gebracht hat. Siehe zum Beispiel auch http://www.neurodermitis-bund.de/aktionen.php#Kratzhand-Jauch (Die Optomed Klinik ist im November 08 in Insolvenz gegangen...) Siehe dazu auch http://www.psoriasis-netz.net/forum/archive/index.php/t-227601.html

Dass Regividerm® ebenfalls zu Lichtempfindlichkeit führt, erfährt man erst weitab an anderer Stelle:

http://esowatch.com/index.php?title=Regividerm

Auf der Webseite des Herstellers sind mögliche Nebenwirkungen von Regividerm® aufgelistet. Dort ist zu lesen: "[...] können auch unter der Behandlung mit Regividerm® Salbe sporadisch Hautreizungen (Rötungen, Juckreiz) auftreten. [...] Bei Fortbestehen der Hautreizungen wird eine Unterbrechung der Behandlung empfohlen, weil in seltenen Fällen eine Allergie auf den wirksamen Bestandteil (Vitamin B12) oder einen anderen Inhaltsstoff von Regividerm® Salbe (zum Beispiel Avocadoöl) vorliegen kann." Der Beipackzettel weist zudem auf eine "Vermeidung von Sonnenbestrahlung" hin, da B12 UV-empfindlich ist: "Bitte ergreifen Sie geeignete Sonnenschutzmaßnahmen. Halten Sie sich möglichst nur kurz in der Sonne auf, benutzen Sie Sonnenschutzprodukte und bedecken Sie die Haut mit entsprechender Kleidung."

Hinweise auf Nebenwirkungen zeigen sich in der erwähnten Studie zur Behandlung atopischer Dermatitis im British Journal of Dermatology aus dem Jahr 2004. Die Gesamtzahl der Probanden war 49. In der Arbeit ist zu lesen: Altogether 33 cutaneous adverse events were recorded, and none of these was serious (Table 3). [...] With the exception of one cutaneous adverse event (weeping, itching, limited neck mobility following application of the placebo cream, moderate severity), all were of mild severity. In two cases a possible and in four cases a probable relationship with the trial medication was assumed for the skin irritations occurred only on the body side treated with vitamin B12 cream (burning in two patients, itching in two patients, redness in one and hyperthermia and formication in one patient). All adverse events were reversible within several days. No acneiform eruptions were reported.

Demnach brachen drei Patienten die Behandlung wegen Verschlechterung der Symptomatik und zwei wegen der Nebenwirkungen die experimentelle Behandlung ab. Zitat zu withdrawals Noncompliance 3. Deterioration of disease 3. Adverse events 2, one patient experienced burning, itching and swelling one patient experienced redness and swelling (gekürzt)

http://www.psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html

Ich habe mir die Zusammensetzung (Patentschrift) angeschaut. Hauptbestandteil ist Dexpanthenol (7 %, welches der Wirkstoff zum Beispiel der Salbe Bepanthen ist. Dexpanthenol hat juckreizmindernde, entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften. Daher ist ein positiver Effekt zu erwarten. Die Wirkung von Regividerm wird aber dem Vitamin B12 zugeschrieben. Dieses ist chemisch ein Porphyrin. Von denen ist bekannt, dass sie bei Licht und Sauerstoff extrem schädlich sind, Zelltod (Phototoxizität) verursachen, und sogar zu Krebs führen können. Bitte, bitte Hände weg von Vitamin B12 in Hautcremes, und schon gar keine gleichzeitigen Sonnenbäder oder UV Bestrahlungen!

http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/

Chemiker und Wissenschaftsblogger Lars Fischer hält den beschriebenen Mechanismus für plausibel. Ich würde lieber erst einmal abwarten, bevor ich die Salbe nach der ARD-Rezeptur anrühren lasse und einem Kind auf die Haut schmiere. Die Redaktion des Arzneitelegramms habe ich um eine Einschätzung gebeten.

Post vom Arzneitelegramm zu der Hypothese, dass Regividerm aufgrund der photochemischen Eigenschaften von Vitamin B12 krebserregend sein könnte (vgl. Update 45 u. 46):

eine interessante Hypothese, die Denkanstöße liefert - quasi eine Art Umkehr der Hypothese zum beanspruchten Wirkmechanismus - der im Übrigen nach unserer Einschätzung möglicherweise nicht mit dem Status als Medizinprodukt zu vereinbaren ist. Die angebliche Unbedenklichkeit beziehungsweise Nebenwirkungsfreiheit der überwiegend als harmlos erachteten vitaminisierten Fettcreme wird ohnehin bereits durch die erwähnte Veröffentlichung von Stücker, M. et al. aus dem British Journal of Dermatology 2004; 150: 977-83 widerlegt mit erfassten unerwünschten Wirkungen wie Brennen, Juckreiz, Rötungen, Kribbelgefühl und Überwärmung. Solche Nebenwirkungen sind auffällig, können jedoch nicht als klinischer Beleg der Schädigungshypothese mit potenzieller Kanzerogenität gewertet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Becker-Brüser (Arzt und Apotheker) Redaktion arznei-telegramm

27.10.09 Quelle http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657645,00.html

Eine neue Creme gegen Neurodermitis und Schuppenflechte sollte schon im November über die Apothekentische gehen. Doch jetzt will die zuständige Behörde möglicherweise erneut prüfen, ob die Salbe nicht doch ein Arzneimittel ist. Dann stünde ein langes Zulassungsverfahren an. Düsseldorf - Die umstrittene Salbe gegen die Hautkrankheit Neurodermitis wird kurz vor ihrer geplanten Markteinführung möglicherweise erneut überprüft. Eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf sagte am Dienstag, es werde untersucht, ob es sich bei dem Produkt Regividerm tatsächlich um ein Medizinprodukt und nicht doch um ein Arzneimittel handele. Dann würden für dessen Zulassung neue, hohe Hürden bestehen.

Weitere kritische Zusammenfassungen und Nachweise zum Thema finden Sie hier:

- Schleichwerbung für eine Hautcreme?

Vor allem hier http://esowatch.com/index.php?title=Regividerm findet man eine detaillierte, gut recherchierte und quellenverlinkte Zusammenfassung zu diesem Thema. Besonders gibt es hier auch noch detaillierte Hintergrund-Infos die ständig aktualisiert werden!

- Kritische Überlegungen und Argumente die nicht von der Hand zu weisen sind

- Harte Fakten

- Fragen zur Buchvorschau

Fazit des Ganzen:
Ein unglaublich geschickt gemachter Marketing-Feldzug, der aber auch wirklich gar kein Klischee ausläßt, und zur besten Sendezeit im öffentlich rechtlichen Rundfunk läuft.

Wie diese Sendung letztlich bei ihrer Zielgruppe angekommen ist, kann man an den ganz oben verlinkten Mails ja leicht nachvollziehen. Jedenfalls hat sie ihr Ziel vollkommen erreicht.

Unter dem Deckmantel der Enthüllung einer angeblich seit 20 Jahren andauernden Pharmaverschwörung wurde hier die bisher wohl dreisteste Schleichwerbung im öffentlich rechtlichen Rundfunk für ein Produkt durchgezogen, die man sich denken kann.

Kein Medizinprodukt darf - noch nicht einmal in einer ausgewiesenen Werbesendung - vor Laien auf diese Weise beworben werden.

Das Buch des Autors Klaus Martens war mit einem Schlag an der Spitze der Amazon-Beststellerliste, noch vor der neuen deutschen Nobelpreisträgerin für Literatur (obwohl es noch keiner gelesen hat!).

Die Apotheken können sich vor Bestellungen der Wundercreme kaum retten, die nun - just in Time - in wenigen Tagen plötzlich doch im Handel erhältlich sein wird (und daher lediglich vorbestellt werden kann.)

Das Rezept wird großartig im Internet veröffentlicht. Die Apotheker kommen aber in den allermeisten Fällen gar nicht an die Rohstoffe.

Was macht der arme Betroffene? Er wird die Originalsalbe bestellen, wenn er schon mal in der Apotheke ist (obwohl (oder gerade weil?) es noch keiner geschmiert hat!).

Künstliche Verknappung eines Produktes auf dem Höhepunkt der Nachfrage. Ein Lehrstück aus jeder Marketing-Ausbildung konsequent umgesetzt.
Eine Produktion und Auslieferung auf weitgehender Vorbestellung gibt extreme Planungssicherheit und schützt vor Überproduktion!

Wer aber weiss, wieviel Vorlaufzeit es braucht, bis die notwendige Zertifizierung und die für den Apothekenhandel notwendige PZN Nummer erteilt werden kann, und wer die Aussagekraft der bisher vorgelegten wissenschaftlichen Studien beurteilen kann, dem muss zwangsläufig die Hutschnur platzen, angesichts der Aussagen in dieser Werbekampagne.

Als Deutscher Neurodermitis Bund sehen wir uns auch in der Verantwortung bei vorschnellen und sensationellen Heilsversprechen zu warnen.

Ohne ein abschließendes Urteil über die mehr oder wenigere Wirksamkeit von Regividerm® abgeben zu wollen - das müsste in seriösen Studien belegt werden - müssen wir aber dringend vor einer derartigen Marketingstrategie warnen und eine geradezu schon lemminghafte Euphorie unter den verzweifelten Betroffenen dämpfen.

An eine heilende Wirkung von Regividerm® glauben wir nicht, auch nicht mehr an eine fast völlige Nebenwirkungsfreiheit, so wie sie im Film propagiert wurde.

Mit Sicherheit kommt hier keine Wundersalbe auf den Markt! Sie hat allenfalls eine hautpflegerische Wirkung, wie unzählige andere Salben und Cremes als Medizinprodukt der Klasse II auch.

Wenn sie viel mehr kann, dann hätte sie die Zulassungsbedingungen für ein Medikament, mit den dazu nötigen verschärften Studien durchlaufen müssen. Aufgrund der Berichterstattung will nun auch die Zulassungsbehörde das aktuell ja noch einmal überprüften.

Inzwischen haben sich bei uns zwei weitere Salberhersteller gemeldet, ebenfalls mit klinischen Studien. Bekommen die vom Autor, Klaus Martens eine Fortsetzung des Films?

Klaus Martens kann sich jedenfalls nicht mehr darauf hinausreden, ein Jahr lang nur schlecht recherchiert zu haben. Die ganze suggestive Aufbereitung des Films mit seinen bewusst manipulativen Aussagen entlarven eindeutig die dahinter steckende wirkliche Absicht: Mit aller Macht diese Salbe zu bewerben.

Was tut der DNB für die Neurodermitiker?

Wir wollen die Betroffenen, die ohnehin schon durch ihre chronische Erkrankung im hohen Maße wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, vor weiteren unnötigen Kosten warnen.

Seit 2004 läuft unser Verein Sturm gegen die sogenannte OTC-Regelung, wonach die Krankenkassen keine rezeptfreien Mittel mehr erstatten, welche chronisch Hautkranke unbedingt zur medizinisch notwendigen Standardtherapie benötigen.

Zusammen mit (fast) allen Patientenorganisationen und ärztlichen Standesorganisationen auf dem Gebiet Haut und Allergie haben wir alle im Bundestag vertretenen Parteien und das Gesundheits- und Sozialministerium mehrmals angeschrieben, einige zig-tausend Unterschriften eingereicht und den Petitionsausschuss angerufen.

Wir waren auch mit als Patientenvertreter beim Gemeinsamen Bundesausschuss - Unterausschuss Harnstoff.

Den Betroffenen blieb trotzdem bisher nur der lange Weg sich mit wechselndem Erfolg durch die Instanzen der Sozialgerichte zu klagen.

Dabei müssen sie nicht selten Beträge bis in den dreistelligen Euro-Betrag aus eigener Tasche bezahlen. Das führt unter anderem dazu, dass sich z. B. Hartz IV-Empfänger nicht mehr angemessen medizinisch versorgen können.

Die ökonomische Folge ist, dass sich der Hautzustand der Betroffenen wesentlich öfter und stärker verschlimmert und anschließend die (wesentlich teureren) verschreibungspflichtigen Medikamente oder sogar Kuren und Krankenhausaufenthalte von den Krankenkassen bezahlt werden müssen.

Damals ist allen Betroffenen der Zugang zu nachweisbar unbestritten wirksamen, medizinisch notwendigen Therapiemitteln erschwert worden, weil die Krankenkassen diese - nicht verschreibungspflichtigen - basistherapeutischen Mittel seit 2004 nicht mehr bezahlen.

Wo waren denn da zur besten Sendezeit 6 Stunden ARD Bericht zugunsten der Betroffenen?

Hingegen wurden jetzt "alle Strippen gezogen" nur um ein einziges Hautpflegeprodukt - unter tausenden anderen - angeblich "zum Wohle der Betroffenen" bekannt zu machen.

Als Verein prangern wir Missstände an und geben moralische Unterstützung, sowie fachliche Informationen über die Krankheit.

Natürlich fordern wir eine optimale Versorgung zu erträglicher Belastung für unsere chronisch kranken Mitglieder. Das auch mit praktischer Tat: Dem Patienten viel Spaß, wenn er sich ohne Rat und Hilfe bemüht, eine abgelehnte Kur dennoch "durchzubekommen". Mit durchschnittlich 7 von 10 abgewiesenen Fällen kommen die von uns beratenen oder vertretenen Mitglieder dennoch zu einem Erfolg im Widerspruchsverfahren. Solche und ähnliche Fälle sind mit ein Hauptbestandteil des praktischen Services für unsere Mitglieder.

Nennt man das Kollateralschaden?

Verschwörungstheorie II

Das Verhalten der ARD wirkt sich sogar indirekt auf unsere Finanzen aus: Wären wir unseren finanziellen Interessen gefolgt, dann hätten wir die Regividerm-Creme wohl hochjubeln müssen.

Um unseren Auftrag nachzukommen, die Interessen der Betroffenen zu wahren, wurden wir durch die manipulative Berichterstattung in "Heilung unerwünscht" ja geradezu gezwungen, laut und deutlich auf diese offensichtliche PR-Aktion hinzuweisen.

"Zum Dank dafür" wird uns seit dem in den verschiedensten Internetforen, und mit E-Mails und Telefonanrufen vorgeworfen, wir seien von "DER Pharmalobby" gekauft und unterwandert. Unsere Kritik diene lediglich dem Zweck, ein Gegengewicht zugunsten der im "Dokumentarfilm" anschuldigten Pharmaindustrie zu bilden. Wir würden es den armen Betroffenen nicht gönnen, die Wundersalbe auszuprobieren.

In den, durch den Film aufgereizten Emotionen hat sich das offenbar erfolgreich so in den Köpfen zahlreicher Betroffener festgesetzt. Diese werden wohl nicht so schnell Mitglied werden und wozu soll man einem Verein, der ja offenbar in den Millionen der Pharmaindustrie schwimmt, auch noch Geld spenden? Für uns ist es gerade zu dieser Jahreszeit, wo es wieder gilt, Spenden zu akquirieren, dadurch ungleich schwieriger geworden!

Verschwörungstheorie III

Ähnliches hat es ja schon früher gegeben: Vielleicht stammt ja der eine oder andere diesbezügliche Foren-Kommentar von undercover eingeschlichenen Marketingleuten? Wer weiss, was Leute die Spam-Werbemails für bio-reu-rella Algen versendeten sonst noch alles so drauf haben?


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Unser Spendenkonto:
Konto.-Nr. 1224/125 623
Hamburger Sparkasse
BLZ 200 505 50
Verwendungszweck: DNB-Spende + Vorname + Nachname
(falls eine Spendenquittung gewünscht, bitte mit Name und Anschrift, bzw. Anschrift dem DNB mitteilen)

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Ein gutes wurde dadurch ja wenigstens bewirkt:

Die Leiden und Nöte von Psoriasis- und Neurodermitis-Patienten und die mitunter sehr merkwürdigen Auswirkungen, wie doch die Geldinteressen einiger weniger (Protagonisten) unser Gesundheitssystem negativ beeinflussen, sind zu einem längst fälligem Gesprächsthema geworden.

Inzwischen meine ich, die Markteinführung ist ja nun gewesen. Über Glaubwürdigkeit, Risiken und Nebenwirkungen ist nun auch ausführlich genug berichtet worden. Wir sollten es sportlich nehmen und den verantwortlichen ARD-Journalisten die goldene DNB-Kratzhand für besonders miese Recherche und Berichterstattung zu Neurodermitis überreichen.

Und falls es so etwas in der Art gibt, sollte man anregen, dass die Regividerm PR-Agentur den Innovationspreis der deutschen Werbewirtschaft verliehen bekommt, für ihre einmalig ausgefeilte, überaus effektive und erfolgreiche Werbe-Kampagne!

Man kann dazu stehen, wie man will. Eines wurde ja auf alle Fälle deutlich:

Angesichts der Kosten im Gesundheitswesen und der Starrheit des momentanen Systems, wäre eine Gelegenheit oder ein System wünschenswert, das neutral innovative Ideen wissenschaftlich bewerten und untersuchen kann, ohne dass die Erfinder/Antragsteller dafür gleich Unsummen ausgeben müssen.

Bei dem heutigem System sind die Hürden so hoch, dass im Grunde nur große Pharmafirmen das Kapital haben, so etwas zu finanzieren. Das vor ein paar Jahren von der Bundesregierung etablierte Institut für Qualitästsicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQIG leistet so etwas ja gerade nicht, weil es sich ausschließlich an die konventionellen Zulassungswege und -vorschriften hält.

Ziel müsste es sein, frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen, Quacksalber und schon da gewesenes - aber bereits verworfenes auszusieben und den verbleibenden Rest ernsthafter Forschung und Untersuchung zu unterziehen.

Dazu könnten sich ja Universitäten, forschende Ärzte und forschende Arzneimittelhersteller sowie Labors verpflichten, dafür neben ihrer Forschungsarbeit Ressourcen bereit zu stellen. Die bestimmt trotzdem nicht geringen Kosten, die dabei (zwangsläufig) entstehen werden, müssen dafür allerdings möglichst neutral irgendwie wieder herein geholt werden.

Ich denke dabei an verschiedene Wege: Einmal ergeben sich langfristig bestimmt einige Einsparungen bei den Behandlungskosten, so dass die Krankenkassen und Rentenversicherungen sich aus dem Bonus ihrer Einsparungen an einem Fond dafür beteiligen könnten. Aber auch mittelfristig, dass bei erfolgreicher Vermarktung der untersuchten Mittel ein gewisser Prozentsatz von deren Gewinn wieder zurück in diesen Fond fließt. Kurzfristig, dass ein Fond/ eine Stiftung gegründet wird, für welche alle Beteiligten am Gesundheitswesen, die Gesundheitspolitik, die Arzeneimittelhersteller, die gesetzlichen und privaten Krankenkassen und die Patientenorganisationen, bzw. die Patienten Gelder spenden oder Dienstleistungen erbringen (zum Beispiel Probanden stellen)

Die Mitglieder vom Deutschen Vitiligo Verein (Betroffe von der sehr seltenen Weissfleckenkrankheit) fördern zum Beispiel die Erforschung ihrer Erkrankung mit ihrem Selbsthilfeverein schon seit 15 Jahren finanziell sehr umfangreich und mit Erfolgen. Auf deren Gebiet gibt es nämlich wegen der Seltenheit überhaupt kein Interesse, etwas in Entwicklung und Erforschung zu stecken. Dort sind die Kranken auf die wissenschaftliche Neugier und den Idealismus einiger weniger Spezialisten angewiesen.

Ich hätte mir eigentlich gewünscht, dass die ARD bei einer angekündigten Pharmaschelte keine Märchenstunde abhält und auch auf die Nöte von Menschen mit seltenen Erkrankungen aufmerksam macht, sowie wirkliche Skandale aufdeckt.

In unserem Gesundheitssystem liegt doch mittlerweile schon so viel im Argen, dass wir das nicht mehr getrost und vertrauensvoll den Politikern, und Funktionären überlassen können, ohne als Betroffene und Beteiligte eine starke Lobby zu schaffen und dem etwas entgegen zu setzen.


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Thomas Maas, Schatzmeister


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